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Dat Wulkje

Pension und Holtroper Teestube

26629 Großefehn-Holtrop

Postweg 60

(04943) 40589-15

info@datwulkje.de

(Quelle: www.thiele.de)

 

Da der Tee in Ostfriesland schon lange eine herausragende Stellung unter den Getränken einnimmt, entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte eine besondere Ostfriesische Teekultur.

Ihren Anfang nahm diese im frühen 17. Jahrhundert, als erstmals Tee aus Indien nach Europa gebracht wurde. Der Teegenuss verbreitete sich dann rasant, da das schlechte ostfriesische Wasser pur nicht zu trinken war.

Trotz der Versuche Friedrichs II. den Ostfriesen das Teetrinken abzugewöhnen und Lieferengpässen während der Napoleonischen Kontinentalsperre, der Weltkriege und der Zeit nach dem 2. Weltkrieg, blieb der hohe Verbrauch bis heute unverändert.

2008 hatten die Ostfriesen mit 290 Litern pro Kopf einen zwölf mal so hohen Verbrauch wie der durchschnittliche Deutsche und waren auch weltweit die größten Teetrinker.

Die Teetied (Teezeit) ist ein wichtiger Bestandteil ostfriesischer Geselligkeit. Auch heute ist es noch üblich, Gästen bei Ihrer Ankunft Tee anzubieten.

 

Ostfriesische Teezeremonie

Zubereitet wird der Ostfriesentee in einer vorher heiß ausgespülten Kanne. In diese wird der Tee gegeben - ein Löffel pro gedeckter Tasse und einen für die Kanne - und mit nicht ganz kochendem Wasser übergossen, bis die Blätter bedeckt sind. Nachdem der Tee drei bis vier Minuten gezogen hat, wird die Kanne gefüllt und auf ein Stövchen gestellt.

Vor dem Eingießen wird ein Kluntje (großer weißer Kandiszucker) in die ostfriesische Teetasse gelegt, so dass dieser beim Eingießen knistern kann. Anschließend wird etwas Sahne hinzugegeben; hierdurch entsteht "dat Wulkje", ein Sahnewölkchen im Tee.

Traditionell wird ohne Umrühren getrunken, um die drei Geschmacksrichtungen sahnig (oben), herb (Tee in der Mitte) und süß (Kluntje am Tassenboden) zu haben.

Jeder Gast trinkt mindestens drei Tassen, um nicht unhöflich zu sein oder gar den Gastgeber zu beleidigen. Durch Einstellen des Löffels in die Tasse - der nur hierfür benötigt wird - zeigt man an, keinen weiteren Tee mehr trinken zu wollen.

Die Teezeiten für Ostfriesen sind in vielen Haushalten fünf bis sechs mal am Tag, mindestens aber um 11 Uhr am Vormittag und gegen 15 Uhr am Nachmittag die Hauptteezeit.

 

(Quelle: "Der Spiegel")